Baumaßnahmen im Bürgerhaus "Kurhaus Bad Camberg"

 

Im nächsten Jahr finden umfangreiche Baumaßnahmen im Kurhaus Bad Camberg statt. Es handelt sich hierbei primär um notwendige Maßnahmen zur Sicherung des baulichen Brandschutzes.

In der Zeit von März bis einschließlich November 2019 können deshalb keine Veranstaltungen in den großen Sälen stattfinden. Auch das Foyer ist von den Maßnahmen betroffen.

Der Clubraum und das Restaurant sind partiell von den Baumaßnahmen betroffen, die Bücherei nur sehr punktuell. Hier werden die notwendigen Schließungen rechtzeitig bekannt gegeben.

Die Bereiche Tourist-Info, Kegelbahn und Hallenbad können bei planmäßigem Verlauf durchgängig in Betrieb bleiben.

Das Bad Camberger Kurhaus schließt nach Fastnacht

Im nächsten Jahr muss das städtische Kurhaus schließen – nach Fastnacht, von März bis November, so die Planung. Seit 2016 wird der Brandschutz unter laufendem Betrieb saniert. Das wird in der heißen Phase nicht mehr möglich sein. Die Stadt möchte das sanierte Kurhaus zur Vorweihnachtszeit wieder in Betrieb nehmen können.

Mit der Wiedereröffnung des Kurhauses Ende nächsten Jahres soll es auch Abschied nehmen heißen von der Pächterfamilie Tomic. Der 70. Geburtstag hatte Ante Tomic schon zu denken gegeben. Die „7“ vorne. Mehr als 40 Jahre Wirt mit Leidenschaft in den großen Häusern der Region, hauptsächlich in der Hadamarer Stadthalle und dann im Bad Camberger Kurhaus. Jetzt steht die mehrmonatige Schließung an – ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel. Doch die Pächterfamilie will die Stadt bei einem reibungslosen Übergang unterstützen. Das ist ihr wichtig – auch aufgrund der jahrzehntelangen sehr guten Zusammenarbeit. Die Gespräche laufen. Bosco Tomic ist als Hausmeister Angestellter der Stadt. Der beliebte Wirt wird den Gästen also auf diese Weise erhalten bleiben.

Der Wechsel kommt auch deshalb im nächsten Jahr, weil das Haus wegen der Brandschutzerneuerung, die schon seit einiger Zeit läuft, dann für mehrere Monate schließen muss. Zum Technischen: Das meiste wird man nachher nicht sehen. „Das macht es so frustrierend“, sagt Bauamtsleiterin Bärbel Stillger. Rund 2,5 Millionen Euro fließen in die Brandschutzsanierung des städtischen Kurhauses, gestreckt auf vier Haushaltsjahre (2016 bis 2019), durch das Kommunale Investitionsprogramm (KIP) mit rund 400 000 Euro bezuschusst. Trotzdem hat die Stadt haarscharf kalkuliert. „Wir sparen an allen Ecken und Enden“, erklärt die Stadtbauamtsleiterin. Denn: Die Brandschutzmaßnahmen sind dringend notwendig, und weil sich die Vorschriften seit der Sanierung 1993 wesentlich geändert haben, gibt es einige Überraschungen.

Zum Beispiel: „In der Decke liegen etliche Leitungen, die nicht mehr gebraucht werden“, sagt Gottfried Priebe vom Bad Camberger Stadtbauamt. Dies auch deshalb, weil Aufräumen und Entsorgen teuer ist. Es kostet Zeit und Geld, die jetzt zusätzlich investiert werden müssen, da man sich in den 90er Jahren entschied, zu sparen. Nämlich: Überflüssige Leitungen und Rohre blieben einfach in der Decke. Was nicht mehr gebraucht wurde, liegt also in der abgehängten Decke verborgen, von außen nicht mehr zu sehen. Nur: So entstehen perfekte Wege für einen Schwelbrand. Die geänderte Hessische Brandschutzverordnung lässt da keinen Spielraum. Schlechte Erfahrungen andernorts haben zu der Gesetzesänderung geführt. Was sich in Bad Camberg unter der abgehängten Decke ausbreiten könnte, nur weil ein ungenutztes Rohr den Weg fürs Feuer frei macht, mag man sich nicht vorstellen. Da muss man jetzt ran. In die abgehängten Decken müssen auch Rauchmelder eingearbeitet werden. „Wir müssen also sämtliche Decken öffnen und sehen oft erst dann, was genau da drunter ist“, sagt Gottfried Priebe.

Mit hinzu kommt die Elektronische Sprachalarmierung, ELA genannt. Diese Maßnahmen sind Teil der Ertüchtigung der Brandmeldeanlage, denn die Akustik muss stimmen, um im Notfall die Sicherheitshinweise zu verstehen. Deshalb ist unter anderem auch notwendig, im Foyer eine sogenannte Akustikdecke einzubauen – was wiederum finanziell zu Buche schlägt.

Jetzt geschieht alles noch im laufenden Betrieb. Im nächsten Jahr wird das anders. Dann muss auch die Wand zwischen den beiden Kurhaus-Sälen und dem Foyer „in F 90 ertüchtigt“ werden, wie es fachlich heißt. Also: Die Holzwände müssen entfernt und durch Wände ersetzt werden, die 90 Minuten einem Feuer standhalten. Das gilt auch für die Türen.

Außerdem: „Wir müssen das Dach an vier Stellen durchbrechen, um den Rauchabzug einzubauen“, erklärt Gottfried Priebe. Das Stadtbauamt hat einen sehr eng gefassten Zeitplan erstellt: Nach den Fastnachtsveranstaltungen, also ab dem Sonntag nach Aschermittwoch, soll das Kurhaus geschlossen werden. Dies bis Ende November, um zur Weihnachtszeit wieder zur Verfügung zu stehen. „Angesichts der umfangreichen Arbeiten haben wir das knapp kalkuliert“, sagt Bärbel Stillger. Auch die Gaststätte wird umgebaut. Eines der Ziele ist, den Biergarten durchgehend im Sommer offen zu halten. So weit zum Brandschutz. Was ist mit der Optik? „Wir müssen sehen, wie viel Geld noch fürs Aufhübschen übrigbleibt“, sagt Bärbel Stillger. Angesichts des Notwendigen werde es nicht allzu viel sein. Dennoch: Nach einer Sanierung erwarte das Publikum natürlich gut sichtbare Veränderungen. Im Eingangsbereich wurde bereits goldfarben gestrichen, das Stadt-Emblem aufgebracht.

„Der Handlauf an den Treppen und zum Foyer wird nach der Sanierung nicht mehr dazu passen“, ist Bärbel Stillger sicher. „Ein Glas-Handlauf mit Edelstahlreling würde schon enorm modernisieren.“ Allerdings: Bei 120 Metern, die hier zusammenkommen, lägen die Kosten schnell bei gut 140 000 Euro.